Ein zu schwerer Schulranzen gefährdet nicht nur die gesunde Entwicklung des Rückens, sondern fördert auch Rückenschmerzen!

Rückenprobleme sind in unserer Gesellschaft schon fast Standard geworden. Das ist eine sehr erschreckende Erkenntnis und leider scheint dies, trotz der modernen Medizin, dem heutigen Wissen, der Ernährungsvielfalt und den Innovationen in allen Bereichen, kein Ende zu nehmen.

In Unternehmen wird betriebliches Gesundheitsmanagement großgeschrieben, um die Ausfallquote der Mitarbeiter zu reduzieren. Hier sind Coaches und Trainer im Einsatz, Arbeitsplätze werden geprüft und optimiert, Bewegungsprogramme angeboten. Die Krankenkassen bieten Unterstützung an und kreieren Unmengen von Präventionsangeboten und Bonusprogrammen.

Nur bei den Kindern in der Schule ist eine solche Entwicklung nicht zu erkennen. Die dortigen Tische und Stühle sind nicht an die Körpergröße angepasst. Noch zu wenige wissen es - alltägliches Sitzen zerstört unseren Körper. Es verkrümmt unseren Rücken, die Bauchmuskulatur erschlafft und die inneren Organe werden eingeklemmt, vor allem die Atmungs- und Verdauungsorgane. Aber genau das tun wir unseren Kindern in der Schule Tag für Tag an.

Auch der Sportunterricht lässt meist zu wünschen übrig, Angebote von Essensmöglichkeiten sind schon verbessert worden, aber das Tragen von Schulranzen bzw. Rucksack muss eher cool sein, anstatt gesund und zweckmäßig zu erfolgen.

Locker lässig über eine Schulter geworfen oder tief am unteren Rücken hängend wird die Tasche getragen. Der Rücken wird dadurch sehr in Mitleidenschaft gezogen und Rücken- bzw. Haltungsprobleme lassen meist nicht lange auf sich warten.

Durch das lockere Tragen der Tasche ist die Belastung höher und viel stärker. Durch einen runden Rücken wird versucht, dieses Zusatzgewicht auf dem Rücken auszugleichen. Allerdings ist dies eine andauernde und regelmäßige Fehlbelastung. Die Problematik der Rückenprobleme ist hier offensichtlich.

Bei den Schultaschen gibt es ein paar Dinge, auf die man achten kann:

  • Das maximale Gewicht der Tasche, die getragen werden soll, sollte max. 10 – 15 % des eigenen Körpergewichts nicht überschreiten.
  • Bitte nur das, was wirklich gebraucht wird, in die Tasche einpacken und mitnehmen.
  • Die Träger des Schulranzens bzw. des Rucksacks sollten straff angezogen werden, so dass der Ranzen / Rucksack am oberen Rücken anliegt.

Es gibt noch eine weitere Möglichkeit, der ganzen Problematik dieser starken Belastung des Rückens sehr gut aus dem Wege zu gehen:

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 Einfach den Schulranzen bzw. den Rucksack so anziehen,

dass dieser vorne sitzt!

 

 

 

 

Diese Variante hat mehrere Vorteile:

  • Das Aus- und Anziehen des Schulranzens bzw. des Rucksacks wird erleichtert.
  • Das Gewicht zieht nach vorne. Somit wird die Rückenmuskulatur beim Tragen der Tasche unumgänglich trainiert und gekräftigt. Hier ist das sog. „Anti-Rundrücken-Training“ bereits integriert!
  • Die Haltung wird ganz nebenbei verbessert und auch das sieht „cool“ aus 
  • Zusätzlich wird das tägliche Sitzen durch diese Tragemöglichkeit ausgeglichen und eine Aufrichtung des Rumpfes ausgelöst.

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Vorbeugung bzw. Unterstützung durch eine TENS/EMS-Anwendung:

Eine unterstützende Maßnahme zur Vorbeugung bzw. zur Beseitigung von Rückenschmerzen kann der Einsatz des TENS-/EMS-Gerätes darstellen.

Einerseits sollte die Muskulatur nach der Belastung gelockert werden. Eine Entlastung und Erholung der beanspruchten Muskeln erreicht man durch eine angepasste TENS-Anwendung. Hier sind unter anderem die zur Verfügung stehenden Massageprogramme sehr angenehm und empfehlenswert.

Durch ein ausgewähltes Programm der TENS-Anwendung kann die Muskulatur aktiviert werden und auf die folgende Belastung vorbereitet werden.

Um die beteiligten Muskelgruppen zu trainieren und zu kräftigen, stehen voreingestellte Programme ausreichend zur Verfügung. Hier ist ein moderater Kraftaufbau sowie Kraftzuwachs vorteilhaft, um das Tragen des Schulranzens bzw. des Rucksacks wesentlich zu erleichtern und den Rückenschmerzen vorzubeugen.

Die Elektroden können an die schmerzende Stelle oder auch an die mittlere Rückenpartie bzw. die Muskulatur am unteren Rücken angelegt werden. Eine genaue Anleitung finden Sie in unseren Tipps zur Elektrodenplatzierung bei Rückenschmerzen.

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Zusätzliche Variante zur Entlastung der Rückenmuskulatur:

Zusätzlich zur Reizstrombehandlung können Sie folgende Übung durchführen: Nehmen Sie eine Rolle zur Hand. Hier können Sie eine Faszienrolle verwenden oder auch eine  Isolierrolle (für Heizungsrohre – aus dem Baumarkt). Dieses Isoliermaterial hat den Vorteil, dass Sie hier die Länge der Rolle selbst bestimmen können und diese Rolle ist nicht ganz so hart wie eine Faszienrolle. Es wird etwas sanfter „gerollt“. Dies spielt gerade bei Kindern und Jugendlichen eine große Rolle. Die Schmerzen sollen beseitigt und nicht noch größere Schmerzen verursacht werden.

Legen Sie sich auf den Boden. Das Gesäß und die Schulterblätter liegen auf dem Boden auf. Die Rolle legen Sie in den Bereich des unteren Rückens. Durch den leichten Druck auf die Rolle wird die Muskulatur, die Sehnen, die Bänder, die Faszien in diesem Bereich gelockert und die Vorderseite des Rumpfes gedehnt.

Im Stehen können Sie die Rolle zwischen Oberkörper und Wand einklemmen. Durch eine Auf- und Abbewegung kann der gesamte Rückenbereich mit der Rolle massiert werden.

 

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 Zur Person: Silvia Hahn

Silvia Hahn aus Engen ist eine  Fitness-Expertin und Gesundheitsberaterin  mit über 20 Jahren Erfahrung. Die ehemalige Ms Germany 2010 & Deutsche Meisterin 2010 in der Klasse Miss Fitness-Figur teilt heute gerne ihre Erfahrungen mit anderen und schreibt Bücher.

Mehr unter silvia-hahn.de

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