Wadenkrämpfe – muss das denn sein?

Silvia Hahn

Jeder kennt sie, keiner will sie! Die Rede ist von unangenehmen Wadenkrämpfen. Sie schleichen sich ganz langsam an, entweder bei Belastungen tagsüber, einfach so, nur bei bestimmten Aktivitäten oder in der Nacht. Sie sind schmerzhaft und kommen ohne Vorwarnung. Ab und zu sind auch andere Muskeln beteiligt, wie beispielsweise Muskulatur am Fuß, dem Schienbein, den Zehen oder die Fußsohle.

Wie können wir einen Wadenkrampf lösen?

Tritt ein Wadenkrampf auf, machen wir meist instinktiv das Richtige: wir dehnen den Muskel. Wir setzen die Ferse auf und ziehen die Fußspitze in Richtung Körper. Oder wir strecken das Bein durch und drücken dabei die Ferse fest in den Boden.

Der Krampf löst sich dann meistens und die Schmerzen lassen nach. Manchmal bleibt ein unangenehmes Gefühl zurück, so ähnlich wie ein Muskelkater.

Aber warum bekommen wir Wadenkrämpfe überhaupt und was können wir dagegen tun, dass diese erst gar nicht auftreten?

Wadenkrämpfe können verschiedene Ursachen haben. Die häufigsten Gründe sind meist in einer Überbeanspruchung von Muskulatur zu finden. Muten Sie der Muskulatur zu viel zu und gönnen dem Bein keine Ruhepause, können diese schmerzlichen Krämpfe auftreten.

Allerdings können auch Wadenkrämpfe auftreten, wenn die untrainierte Muskulatur zu Höchstleistungen getrieben wird. Nach einer langen Trainingspause, in den sportlichen Anfängen oder auch bei neuen Übungen ist angepasstes Training anzuraten. Oder auch Menschen, die ihre Muskulatur unterfordern, spüren diese Auswirkungen auch durch solch auftretende Krämpfe.

Auch ein gestörter Flüssigkeits- und Mineralhaushalt kann eine Ursache hierfür sein. Fehlen wichtige Mineralstoffe, wie z. B. Magnesium und Kalium, sind auch Krämpfe möglich. Für eine gute Muskelfunktion ist ein ausgeglichener Mineralstoffhaushalt notwendig. Beim Schwitzen ist ein Verlust von Mineralstoffen ebenfalls zu berücksichtigen. Durch die Flüssigkeitsaufnahme sollten die fehlenden Mineralstoffe dem Körper wieder ausreichend und bedarfsgerecht zugeführt werden.

Bei Fußfehlstellungen oder unbequemen Schuhen besteht ebenfalls die Möglichkeit, dass Wadenkrämpfe vorkommen können.

Sollten sich Wadenkrämpfe durch Dehnungen oder andere Selbsthilfetipps nicht lösen, dann ist es immer ratsam einen Arzt zu Rate zu ziehen. Auch wenn sich die Wadenkrämpfe häufen, sollte die genaue Ursache untersucht und geklärt werden. Sprechen Sie mit Ihrem Arzt auch bei weiteren Symptomen bzw. Auffälligkeiten.

 

Mögliche Ursachen von Wadenkrämpfen:

  • Ungünstige Schlafposition
  • Überlastung der Muskeln am Tag
  • Einseitige Belastung von Muskeln beim Sport
  • Sportliche Aktivität bei hohen Temperaturen mit ungenügender Flüssigkeitszufuhr
  • Schwimmen im kühlen Wasser
  • Einseitige Haltungen, in der die Muskelspannung über einen längeren Zeitraum gehalten wird
  • Fehlstellungen an Fuß oder Bein
  • Körperliche Aktivität nach längerer Pause
  • Training von Muskeln, die untrainiert sind bzw. sich schon verkürzt haben
  • Kann eine Alterserscheinung sein, da meist mit zunehmendem Alter zu wenig getrunken wird, die tägliche Bewegung zu gering ist, Muskulatur abgebaut wird, Medikamente eingenommen werden, sich Muskeln verkürzen etc.
  • Einnahme von Medikamenten
  • Nervenschädigungen
  • Muskelerkrankungen

 

Tipps zur Vorbeugung von Wadenkrämpfen:

  • Übungen, die die Unterschenkelmuskulatur dehnen
  • Maßnahmen, die die Unterschenkelmuskulatur entspannen
  • Angemessene und regelmäßige Bewegung
  • Ausreichende Flüssigkeitszufuhr
  • Ausgewogene Ernährung
  • Bei Bedarf Nahrungsergänzungen in Form von Magnesiumpräparate

 

Unterstützung mit einem TENS-/EMS-Gerät:

Um die Unterschenkelmuskulatur zu dehnen bzw. zu entspannen, kann ein TENS-/EMS-Gerät eine gute Hilfe sein. Durch das konkrete Anlegen der Pads auf die Wadenmuskulatur ggfs. auf weitere Muskeln an Schienbein oder am Fuß kann hier eine gezielte Entspannung dieser Muskulatur erreicht werden. Durch die individuelle Einstellung kann eine angenehme Massage für eine schnelle Verbesserung genutzt werden. Auch nach dem Auftreten von Wadenkrämpfen kann dem anhaltenden unangenehmen Schmerzgefühl hiermit schnell Abhilfe geschaffen werden. Für die Schmerzlinderung sowie die Massagefunktion gibt es die verwendbaren Programme in der Auswahl am Gerät.

Die Muskulatur kann durch diese gezielte Anwendung aktiviert und stimuliert werden. Die Schmerzlinderung ist ein wesentlicher Faktor, um ein sicheres Gehen umgehend wieder zu ermöglichen.

Sollte noch keine regelmäßige Bewegung schmerzfrei möglich sein, kann man durch die EMS-Funktion die entsprechende Muskulatur trainieren. Durch das voreingestellte Programm ist dies sehr einfach. Die Muskulatur wird auch in diesem Fall durch die Pads zielgerichtet angesteuert. Die individuell einstellbare Intensität kann stetig angepasst und periodisch neue Trainingsreize gesetzt werden. Die Muskulatur wird sanft trainiert und wird immer besser.

Wichtiger Hinweis:

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Informationen und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen. Bei einer krankhaften Ursache der Wadenkrämpfe, behandelt der Arzt die jeweilige Erkrankung.

Zur Person: Silvia Hahn

Silvia Hahn aus Engen ist eine  Fitness-Expertin und Gesundheitsberaterin  mit über 20 Jahren Erfahrung. Die ehemalige Ms Germany 2010 & Deutsche Meisterin 2010 in der Klasse Miss Fitness-Figur teilt heute gerne ihre Erfahrungen mit anderen und schreibt Bücher.  Mehr unter silvia-hahn.de

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